Nachruf

Zum Tod von Eva-Maria Brinkmann


Eva-Maria Brinkmann
Eva-Maria Brinkmann, geb. Achilles, wurde am 10.06.1917 in Berlin in der Charité geboren. In den 20er Jahren genoss sie als Schülerin die positiven Auswirkungen der damaligen Reformpädagogik-Bewegung und hatte „einen fortschrittlichen Unterricht“. Flankiert wurde dies von der christlichen Grundhaltung ihrer Familie und der Freiheit, die sie in sportlichen Unternehmungen in Potsdam genoss. An ihre Kindheit in Potsdam, während der sie z. B. Mitschülerin von Erika von Hornstein war („Adieu Potsdam“), erinnerte sie sich voller Freude und Dankbarkeit.

Sie wurde Lehrerin und unterrichtete in Hessen in einer „Zwergschule“ mit jahrgangsübergreifendem Unterricht. Eine Suspendierung vom Dienst erfolgte wegen der Aufführung eines Krippenspieles. Nach dem Krieg studierte sie Psychologie in Göttingen; ihre Studienkollegen und Freunde waren „die Hogrefes“, welche den Verlag für Psychologie, den Hogrefe-Verlag, gründeten.

Eine von ihr begonnene wissenschaftliche Laufbahn endete im heute weiterhin bestehenden Spannungsfeld für Frauen: der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, was Eva-Maria Brinkmann immer bedauerte.
Nach Tätigkeiten für Gerichte und Volkshochschulen und einer Weiterbildung zur Gestalttherapeutin arbeitete Eva-Maria Brinkmann von 1973-1982 als angestellte Lehrkraft in der Goetheschule.

Das Fach „Psychologie“ war damals ein Novum, mit der Möglichkeit, dies als Prüfungsfach in der reformierten Oberstufe zu belegen. Neben dieser formalen Besonderheit war es die inhaltliche Arbeit, die dieses Fach und Eva-Maria Brinkmanns Können auszeichnete: einen interessanten, lebenspraktischen Unterricht zu gestalten, in dem die Schüler frühzeitig an schriftliche Hausaufgaben und Referate herangeführt wurden, welche das Niveau von Proseminar-Arbeiten hatten und eine sehr gute Vorbereitung für das Studium im Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten bedeuteten. Umgangssprachlich: Sie lehrte uns die Auswahl, Benutzung, Erarbeitung und formale und inhaltliche Gestaltung wissenschaftlicher Texte.

Der Goetheschule blieb sie nach ihrer Pensionierung über Kontakte zu ehemaligen Schülern weiterhin verbunden; im letzten Jahr sah sie „Torten für Goethe“ und erachtete dies als „spritziges Stück“ und nahm am 50jährigen Jubiläum der Goetheschule teil.

Eva-Maria Brinkmann verstarb am 19.05.2006 in Hannover nach schwerer Krankheit, die sie bis zuletzt in der Grundhaltung ihrer preußisch-christlichen Erziehung ohne Klagen und mit Würde ertrug.
Sie hinterlässt eine Tochter und ihr Motto: „Lernen für das Leben“.

Text: Iris Weigel

 


 
Dirk Amelung, Neue Apotheke Eberswalde, verstorben

Tief erschüttert geben wir dem Kollegenkreis bekannt, dass Apotheker Dirk Amelung am 29. August 2005 im Alter von 48 Jahren einer kurzen schweren Krankheit erlag.

Dirk Amelung

Am 18. November 1956 in Osterburg/Altmark geboren, verbrachte er seine Schulzeit in Hannover und legte am Gymnasium Goetheschule Hannover das Abitur ab. Von 1975 bis 1977 begann er zunächst das Studium der Chemie in Hannover, wechselte dann zur Pharmazie an der Technischen Universität Braunschweig. Nach dem Pharmaziepraktikum in der Malteser Apotheke Neuß leistete er seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, die er als Stabsapotheker der Reserve verließ. Von 1982 bis 1992 war Dirk Amelung Dozent an der Pharmazie- und Chemieschule Dr. Heinemann in Hannover, an der er sich wegen seiner Sachkenntnis und seiner humorvollen Persönlichkeit großer Beliebtheit erfreute.

1992 kam er mit seiner Familie nach Eberswalde und eröffnete am 18. Dezember in der Rudolf-Breitscheid-Straße die „Neue Apotheke“ in den renovierten Räumen, in denen bereits von 1900 bis 1945 eine Apotheke bestanden hatte.

Der Historie dieser Stadt von Anfang an verbunden, nahm er den ursprünglichen Namen wieder auf. In der Stadt und unter uns Kollegen war er bald bekannt als offener, kreativer, dem Gemeinwohl dienender Mensch. Er liebte seinen Beruf und praktizierte ihn selbstbewusst und erfolgreich, mit einem Sachverstand, der weit über pharmazeutische Belange hinausging.

In den zurückliegenden gesundheits-politisch konfliktreichen Jahren setzte sich Dirk Amelung aktiv für die Interessen der Apothekerschaft ein und zeichnete in der Öffentlichkeit das Berufsbild des Apothekers, das von Verantwortung für den Patienten ebenso wie für seine Mitarbeiter getragen war.

Als Mitglied von Kreistag und Stadtverordnetenversammlung und in zahlreichen Ehrenämtern galt sein besonderes Engagement der Vision von Eberswalde als Gesundheitsstandort. Weiterentwicklung und Attraktivität der zur Heimat gewordenen Stadt gestaltete er aktiv mit.

Sein früher Tod macht uns betroffen und erinnert uns im Angesicht scheinbarer Vollkommenheit und Sicherheit an unsere Grenzen.
Wir trauern mit seiner Fraau und seinen beiden minderjährigen Söhnen, denen in ihrem unersetzlichen Verlust unser tiefes Mitgefühl gilt.

Die Apotheker des Landkreises Barnim

Abdruck mit freundlicher Genehmigung: Deutsche Apotheker Zeitung,, 145. Jahrgang, Nr. 37, 15.9.2005, Seite 148.